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Deine Stimme ist unser Joker

„Deine Stimme ist unser Joker": Mit dieser Aktion berichtet die Kampagne "Deine Stimme gegen Armut" darüber, wie Jugendliche in Deutschland und den Ländern des Südens Zeichen gegen die weltweite Armut setzen. Wöchentlich wird eine Geschichte veröffentlicht. Nun auch die von Jhoenmert aus Peru: Der 14-Jährige engagiert sich in einem Projekt der Kindernothilfe gegen die Umweltverschmutzung in seiner Stadt La Oroya.

Jhoenmert engagiert sich gegen Umweltverschmutzung. Foto: DSGA Die Tomaten sehen saftig aus, Gurken glänzen in der Sonne. Das Gemüse auf dem Markt in La Oroya in Peru sieht lecker aus. Doch der Schein trügt. Das Gemüse aus dieser Region in den Anden, liegt den Menschen schwer im Magen. Böden, Luft und Wasser sind vom Bergbau mit giftigen Schwermetallen verseucht. Die Menschen nehmen sie über die Nahrung und durch die Kleidung auf. Der 14j-ährige Jhoenmert engagiert sich gegen die Umweltverschmutzung.

Die Bleiwerte in Jhoenmerts Blut sind zu hoch. Sie übersteigen um ein Vielfaches den Grenzwert, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das giftige Schwermetall festgelegt hat. „Besonders wir Kinder und Jugendlichen leiden sehr unter den Folgen des hohen Bleiwerts. Wir können uns schlecht konzentrieren, haben oft Kopfschmerzen und sind besonders anfällig für Krankheiten, weil unser Immunsystem geschwächt ist. Viele Menschen in La Oroya leiden an Krebs. Das ist eine der schlimmsten Folgen der Verschmutzung", schildert der junge Mann.´

Der Fluch des reichhaltigen Gesteins

Jhoenmert lebt mit seiner Familie in einer der dreckigsten Städte der Welt. In der Andenregion Junín werden ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt Blei, Kupfer, Zink und Silber abgebaut. In La Oroya werden diese Metalle dann verhüttet. Die dazu notwendige Anlage, steht mitten in einem Wohnviertel - ihr fehlen Schutzvorrichtungen, die giftige Dämpfe filtern und verschmutztes Abwasser auffangen. Die Gifte gelangen direkt in Luft, Wasser und Boden. Die Stadt schaffte es auf tragische Weise in die internationale Presse: La Oroya war 2007 eine der zehn meistverschmutzten Städte weltweit. Obwohl die Verhüttungsanlage derzeit stillsteht, hat sich daran nicht viel geändert.

„Der Bergbau ist ein zweischneidiges Schwert", erklärt Jhoenmert das Problem. „Einerseits werden durch ihn giftige Substanzen freigesetzt. Andererseits bietet er rund 3.000 Menschen in der Stadt einen Arbeitsplatz. Ein Dilemma, das durch den Einbau von Schutzfiltern entschärft werden könnte." Als Jhoenmert vor ein paar Jahren diesen Zusammenhang erkannte, konnten er und einige seiner Freunde nicht mehr stillhalten. „Egal ob wir Gemüse aus dem Garten ernten oder vom Markt kaufen, es macht uns krank! Uns war klar, dass sich in La Oroya etwas ändern muss!"

Jugendliche Umweltschützer gegen das Wegsehen

Mit einigen Freunden schloss sich Jhoenmert dem „Netzwerk der jugendlichen Umweltschützer" an, das von einer peruanischen Nichtregierungsorganisation ins Leben gerufen wurde. „Wir waren schockiert darüber, dass die meisten Erwachsenen nicht wussten, wie schlimm es um unsere Umwelt steht und warum wir krank sind. Aber auch wenn sie die Zusammenhänge erkannten, wollten sie nichts tun. Viele von uns hatten Streit mit der Familie, weil unsere Eltern nicht einverstanden waren, dass wir etwas verändern wollten." Verständlich, denn viele Eltern hatten in der Bergbauindustrie Arbeit gefunden und fürchteten um ihre Stellen. „Jetzt kamen wir und mischten alle auf. Das war vielen unangenehm!"

Die Gruppe um Jhoenmert setzt auf die Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung. Die Umweltschützer gehen auf den Markt und fragen die Händler, ob sie wissen, dass ihr Gemüse stark belastet ist. Oft sind die Händler ahnungslos. Dann erklären die Jugendlichen, was sie gelernt haben. Das nötige Wissen haben sie sich in Workshops angeeignet, die innerhalb des Projekts durchgeführt wurden.

Als Jhoenmert das erzählt, klingt er erleichtert: „Wir waren froh, dass das Projekt uns und unsere Sorgen ernst genommen hat!" Neben der Vermittlung der Kinder- und Menschenrechte stehen im Projekt die Umweltverschmutzung und ihre Folgen für die Gesundheit auf dem Programm. In praktischen Kursen lernen die Jugendlichen, wie sie Boden- und Wasserproben nehmen und analysieren können. „Mit den Ergebnissen schwarz auf weiß konnten wir die Menschen um uns herum davon überzeugen, dass sich etwas ändern muss. Wir haben ein Recht auf eine gesunde Umwelt!" Seither schlossen sich immer mehr Jugendliche dem Netzwerk an und wählten Jhoenmert vor zwei Jahren sogar zu dessen Präsidenten. Seit einigen Jahren erreichen die jungen Leute mit einem Radioprogramm auch Menschen, die nicht direkt in der Stadt wohnen, sehr wohl aber von der Belastung durch die Schwermetalle betroffen sind.

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