Kindernothilfe e.V. Kindernothilfe e.V. Kindernothilfe e.V.

Klimawandel: Kinder melden sich zu Wort

Kindernothilfe-Partner Holistic Child Development India:
Folgen des Klimawandels besonders für Landkinder

Dorf Erukattancherry/Tranquebar: Cash-for-Work: Bau einer StraßeFoto: Eva Sonnenschein

Der Klimawandel bringt denjenigen größtes Leid, die am wenigsten zu seinen Ursachen beitragen. Das ist der armen Landbevölkerung keineswegs bewusst - doch gerade die Menschen auf dem Land sind aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von Naturgütern besonders hart vom Klimawandel betroffen. Wir, der nordindische Kindernothilfe-Partner HCDI, haben Kindern aus verschiedenen Landesteilen die Chance gegeben, ihre Sorgen und Bedürfnisse bezüglich des Klimawandels zu veröffentlichen.

Wo sich der Klimawandel negativ auf natürliche Ressourcen auswirkt, sind die land- und forstwirtschaftlichen Aktivitäten der armen Landbevölkerung höchst gefährdet. Die Menschen sehen immer weniger Möglichkeiten, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, was letztlich zur Bedrohung des Überlebens schlechthin gerät. Sie sind nicht in der Lage, extreme und erratische Wetterverhältnisse vorherzusagen: Sie leihen sich immer wieder Geld, um es in Ackerbau und Viehzucht zu investieren, erzielen letztlich aber geringere oder vielleicht gar keine Erträge, wenn der Monsunregen ausbleibt oder eine unvorhergesehene Naturkatastrophe über sie hereinbricht. Der Schuldenberg wächst und schließlich bleibt nur noch ein Ausweg - sie ziehen fort. Eine Migration wiederum hat schwerwiegende Folgen für die Kinder, die ihre Ausbildung entweder vorübergehend unterbrechen oder gar auf Dauer aufgeben müssen, um mit irgendeiner Arbeit Geld zu verdienen. Viele dieser Kinder leiden dann unter dem Auseinanderbrechen des Familienverbands, unter Missbrauch und Ausbeutung und sogar unter sexueller Gewalt. Aus diesem Grund sind Kinder aus Familien, die zur Land- und Stammesbevölkerung zählen, durch den Klimawandel stärker betroffen als Stadtkinder, die den Klimawandel auf ganz andere Weise und weniger akut erfahren.

Anpassung an der veränderte Klima
Zwar wissen Landkinder kaum etwas vom Klimawandel und seinen Ursachen; wohl aber wissen sie, dass dieser Klimawandel negative Auswirkungen auf ihre Bildungschancen, auf ihre Gesundheit und vor allem auf die Verdienstmöglichkeiten ihrer Eltern hat und die Lebensbedingungen für sie und ihre Eltern in vielerlei Hinsicht erschwert.

Irgendwie gelingt den Kindern die stumme Anpassung an das veränderte Klima, auch wenn dieser Anpassungsprozess Einschränkungen für sie bedeutet. Ihre Stimmen finden kein Gehör, ihr Recht auf Beteiligung an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, wird missachtet; ihre Ansichten bleiben bei politischen Prozessen zum Thema Klimawandel unberücksichtigt.

SASY: Überschwemmung Indien November 2005Foto: Kindernothilfe-Partner Kinder zahlen von Jahr zu Jahr einen höheren Preis
Die Kinder von heute und deren Kinder sind die Erben dieses Planeten mit seinen immer extremeren Wetterbedingungen; sie sind es, die Jahr für Jahr einen höheren Preis zahlen werden. Sie haben ein Recht darauf, dass wir sie darin unterstützen, ihre eigene Widerstandskraft und die Möglichkeiten ihrer Eltern in Anbetracht sich verändernder klimatischer Verhältnisse zu verbessern. Wir müssen ihren Rechtsanspruch anerkennen und ihren Bedürfnissen Rechnung tragen.

Der Klimawandel bedeutet eine große Herausforderung für alle, die sich für Armutsverringerung und verbesserte Lebensqualität armer Menschen auf dem Land einsetzen. Unsere Bemühungen müssen ein besseres Verständnis des Klimawandels, die Förderung von Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen und die Stärkung der Widerstandskraft besonders gefährdeter Menschen zum Ziel haben. Wir sollten und müssen den Stimmen der Kinder vom Land Gehör schenken, ihre Ansichten ernst nehmen, auf ihre Bedürfnisse eingehen und auf ihre Fähigkeiten als effektive Protagonisten für positiven Wandel vertrauen.

Foto: Kindernothilfe-Partner

Die Stimmen der Kinder
Wir, die Mitarbeiter der Organisation Holistic Child Development India, arbeiten mit Kindern der Land- und Stammesbevölkerung, ihren Familien und ihren Gemeinwesen zusammen. Wir sehen in unserer Arbeit eine moralische Verpflichtung, denn wir sind davon überzeugt, dass Kinder für die Agenda zum Thema Klimawandel von zentraler Bedeutung sind. Wir haben Kindern aus verschiedenen Landesteilen und unterschiedlicher Stammeszugehörigkeit die Möglichkeit gegeben, ihre Sorgen, Prioritäten und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Die Kinder berichten, wie der Klimawandel ihr Leben auf dem Land beeinträchtigt, wie sie damit umgehen und welche Probleme und Einschränkungen sie zu bewältigen haben. Sie geben ihre Prioritäten unmissverständlich zu erkennen. Und sie zeigen uns, welche Hilfe sie benötigen, um sich dem veränderten Klima anzupassen. Vor allem aber strahlen sie Zuversicht und Selbstvertrauen aus - sie glauben fest daran, dass sie aktiv zur Milderung der Folgen des Klimawandels beitragen können. Sie vermitteln uns neue Einsichten und Perspektiven.

Stimmen der Kinder zum Thema "Dürre und Hitzewellen"

Stimmen der Kinder zum Thema "Überschwemmungen"

Stimmen der Kinder zum Thema "Starkregen/unvorhergesehene Niederschläge"
 


Copyright © 2012 Kindernothilfe e.V. - Alle Rechte vorbehalten.