Kindernothilfe e.V. Kindernothilfe e.V. Kindernothilfe e.V.

Informationen

Hintergrund: Klimawandel und Entwicklungshilfe

Der Klimawandel ist da. Überschwemmungen, Dürren und heftige Hurrikane bedrohen immer mehr Menschen in Entwicklungsländern. Also jene Menschen, die am wenigsten beigetragen haben zum Klimawandel.

Kinder und Familien im Überschwemmungsgebiet.Mutter und Sohn auf der Flucht vor dem Hochwasser in Bangladesch. Foto. Kindernothilfe

Folgen des Klimawandels
Das IPCC, ein Gremium internationaler Wissenschaftler, geht davon aus, dass bis zum Jahr 2100 die globalen Durchschnittstemperatur um 1,1 °C bis 6,4 °C steigt. Eine Ursache des Temperaturanstiegs sind die hohen CO2-Emissionen.
Zum Vergleich: Ein Deutscher verursacht 10 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr, ein Bangladeschi dagegen nur 240 Kilogramm.

 

 

Die Folgen sind:

Klimaschutz und Entwicklungshilfe
Die größten Verursacher des Klimawandels sind die Industriestaaten, aber die Folgen bekommen vor allem die Entwicklungsländer zu spüren. Sie können sich kaum schützen vor Überschwemmungen und Dürrewellen. Da sie schon mit Armut, Krankheiten und bewaffneten Konflikten zu kämpfen haben, trifft sie eine Naturkatastrophe besonders hart. Zum Beispiel bei Überschwemmungen: Hütten aus Holz oder Pappe klappen wie Kartenhäuser zusammen, es gibt in armen Ländern kaum Notunterkünfte, in die sich die Menschen retten können, die Fluten nehmen den Menschen die Lebensgrundlage. Keine Versicherung springt ein, niemand hat Sparkonten oder andere Rücklagen.

Die Industrieländer tragen die Hauptverantwortung dafür, die Folgen des Klimawandels zumindest zu mildern. Es ist wichtig die CO2-Emission zu verringern und eine klimaverträgliche Energieversorgung auszubauen, um so die Ursachen des Klimawandels zu verringern. Gleichzeitig müssen die Industriesaaten die ärmeren Länder bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Nur so kann verhindert werden, dass die Entwicklungsländer die gleichen Fehler machen wie die Industrieländer. So sollen ärmere Staaten direkt auf umweltschonende und lokal angepasste Energiequellen setzen.

Energiespar-Öfen in RuandaEine Frau in Ruanda kocht auf einem Energie-Spar-Ofen. Foto: Kindernothilfe Was tut die Kindernothilfe?
Die Kindernothilfe und ihre Partner berücksichtigen bei ihren Projektplanungen die Veränderungen in den betroffenen Regionen. Außerdem fördert sie Projekte, die die Menschen vor den Bedrohungen schützen und Präventivmaßnahmen durchführen. Zum Beispiel lernen die Menschen in Ruanda in Selbsthilfegruppen mit Energie-Spar-Öfen zu kochen. Somit sind sie weniger dem gefährlichen Rauch ausgesetzt und es wird weniger Holz zum Verbrennen benötigt. Gleichzeitig pflanzen sie auch Bäume, die sie als Brennholz benutzen. Wie in vielen anderen Ländern Afrikas schwand der Baumbestand rapide. Wind und Regen sorgten dafür, dass der Boden abgetragen und Felder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Aufforstung und die Energie-Spar-Öfen kommen damit sowohl der Umwelt als auch den Menschen zu Gute.

Im Hochland von Bolivien gibt es sogar Baumbeschützer in einem Kindernothilfeprojekt: die Sach'a q'ahuadores sind Kinder, die sich zum Ziel gesetzt haben, das karge Hochland von Tacopaya wieder mit Bäumen zu füllen. Sie pflanzen junge Setzlinge ein, schützen sie mit Plastikhüllen und halten gefräßige Ziegen ab. Gleichzeitig sorgen sie für Aufklärung in der Dorfgemeinschaft.

Lobbyarbeit
Die Kindernothilfe ist Mitglied der Klimaallianz, in der sich in Deutschland mehr als 70 umwelt- und entwicklungspolitische Nicht-Regierungsorganisationen zusammengeschlossen haben. Sie setzen sich für eine nachhaltige Klimapolitik ein. Eine der zentralen Forderungen der Allianz: Klima- und Energiepolitik müssen zum Bestandteil der Entwicklungspolitik werden. Nur so können die Überwindung der Armut, die Millenniums-Entwicklungsziele und die Stabilisierung unseres Klimas erreicht werden.


Copyright © 2012 Kindernothilfe e.V. - Alle Rechte vorbehalten.