Guatemala: „Wir sind umweltbewusst" – Kinder und Jugendliche werden aktiv

„Wir sind umweltbewusst" – Kinder und Jugendliche aus Guatemala werden aktiv

Wer Guatemala kennt, schätzt seine vielfältige Vegetation und die reiche Artenvielfalt, die das Land zu bieten hat. Doch Umweltzerstörungen überschatten den mittelamerikanischen Staat und beschädigen den Lebensraum der Bevölkerung. Die Folgen sind verheerend: Viele Krankheiten sind auf die Umweltverschmutzung zurückzuführen. Die Mangel- und Unterernährung vieler Menschen wird durch die schlechte Anbaumöglichkeiten von Lebensmitteln verstärkt. So wird durch die Verschlechterung des Lebensraumes die Situation der 56,2 Prozent der Bevölkerung, die unter der nationalen Armutsgrenze leben (UNDP 2010), immer mehr verschärft. Die Lebensqualität der Menschen sinkt. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter den Folgen.

Kinder in CuáFoto: Julia Burmann Unmittelbar an der Grenze zu Mexiko im Bezirk Tacaná des guatemaltekischen Departments San Marcos liegt auf 1.425 Metern Höhe die Gemeinde Cuá - Schauplatz einer Vielzahl an sozialen und ökologischen Problemen. Die überwiegend indigene Bevölkerung lebt hier in großer Armut: der Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen ist eingeschränkt; über sauberes Wasser und sanitäre Anlagen verfügt nur die Hälfte der ländlichen Bevölkerung. Hinzu kommt die kontinuierliche Umweltzerstörung in der Region, die dazu führt, dass die Lebensqualität der Menschen immer mehr sinkt.

Projektbesuch JS 06/2011Foto: Jürgen Schübelin Für einen besseren Lebensraum: Gemeinwesen-Entwicklungsprojekt
In diesem Zusammenhang fördert die Kindernothilfe seit 2008 ein Gemeinwesen-Entwicklungsprojekt in Cuá. Die Trägerorganisation des Projektes ist, welche sich seit 1990 vor allem in ländlichen Regionen der beiden besonders armen Departments Quiché und Huehuetenango im Nordwesten Guatemalas engagiert. Das Projekt hat zum Ziel, die dörfliche Organisationsstruktur unter der Berücksichtigung der Kinderrechte nachhaltig aufzubauen, um zur Befriedigung der Grundbedürfnisse der Familien in Cuá in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Bildung und Arbeitsmöglichkeiten beizutragen. Angesichts der starken Umweltzerstörung in der Region ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projektes die Umweltkomponente. Durch einen nachhaltigen Umweltschutz sollen der Lebensraum der lokalen Bevölkerung verbessert und Krankheiten, Mangel- und Unterernährung vermindert werden.

Projektbesuch JS 06/2011Foto: Jürgen Schübelin Wo fängt Umweltschutz an?
Der Schutz unserer Umwelt gehört zur Verantwortung eines jeden von uns. So ist die Schaffung eines Umweltbewusstseins bei den Menschen der Ansatzpunkt für eine nachhaltige Verbesserung des Lebensraumes. Auch der Projektvorschlag setzt hier an: Durch Workshops werden die 320 Kinder und Jugendlichen der Gemeinde Cuá in Themen des Umweltschutzes sensibilisiert und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Mit großer Begeisterung und Engagement tragen sie ihr Wissen für Umweltthemen und ihr Bewusstsein für die Relevanz des Umweltschutzes auch an die anderen Gemeindemitglieder weiter.

Projektbesuch JS 06/2011Foto: Jürgen Schübelin Für unsere Umwelt aktiv werden!
Durch gezielte Aktivitäten soll der Lebensraum der Gemeinde Cuá nachhaltig verbessert werden. Hierfür werden so genannte „Umweltgruppen" gegründet, an denen sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene teilnehmen. Nach gezielten Weiterbildungen zu Themen wie Müllverwertung, Aufforstung, Schutz vor Abholzung, Wasserversorgung und Schutz wilder Tiere organisieren sie gemeinschaftliche Umweltaktionen. So wurde bereits eine kleine Baumschule errichtet, in der Bäume zur Wiederaufforstung angepflanzt und gepflegt werden. Geplant ist auch die Säuberung des nahe gelegenen Flussbeckens.

Projektbesuch JS 06/2011Foto: Jürgen Schübelin Gemeinsam ist man stärker: Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Umweltorganisationen
In die Aktivitäten werden lokale Schulen eingebunden, um möglichst viele Menschen aus der eigenen sowie aus benachbarten Gemeinden zu erreichen. Auch mit Institutionen, die sich im Umweltschutzbereich engagieren, arbeiten die Mädchen, Jungen und Erwachsenen zusammen. So können sie beispielsweise von der Organisation „Fauna Móvil" („Mobile Fauna") viel über wilde Tiere und deren Schutz lernen.

 

 

 

 

 

 

Gehen mehr Spenden ein, als wir für die Umsetzung des o.g. Projektes benötigen, verwenden wir Ihre Spende für ein ähnliches Projekt.

Copyright © 2012 Kindernothilfe e.V. - Alle Rechte vorbehalten.