Noch immer leben in Südafrika breite Teile der Bevölkerung in Armut. Es existieren nach wie vor erdrückende wirtschaftliche Probleme sowie eine hohe Kriminalitäts- und HIV/Aids-Infektionsraten. Vor allem Kinder, aber auch deren Familienangehörige, haben unter diesen Umständen zu leiden. Gemeinsam mit ihrem Partner Africa Cooperative Action Trust (ACAT) will die Kindernothilfe die Lebensumstände dieser Menschen verbessern. Dies geschieht durch Selbsthilfegruppen, zu denen sich Frauen zusammenschließen. Sie sollen auf Dauer für die Versorgung, Gesundheit und Bildung ihrer Kinder selbst aufkommen können. (Projekt 72701)

Foto: Ralf Krämer
Hilfe zur Selbsthilfe
In Südafrika sind rund 48% der 3 Millionen „wirtschaftlich aktiven" Menschen arbeitslos. Weitere 2,5 Millionen Menschen kommen hinzu, wenn man Hausfrauen, Behinderte oder kranke, nicht arbeitsfähige Menschen, die als „wirtschaftlich nicht aktiv" gelten, dazu zählt.
Für die Selbsthilfegruppen, welche aus jeweils 5 Personen bestehen, schließen sich die Mitglieder der ärmsten Familien zusammen. Sie erwerben grundlegende landwirtschaftliche und wirtschaftliche Kenntnisse und lernen viel über Hygiene und Gesundheit. Manche durchlaufen zu Anfang erst einmal einen Alphabetisierungskurs, um überhaupt schreiben und lesen zu lernen.
Die Mitglieder der Gruppen treffen sich regelmäßig, um gemeinsam zu sparen, sich auszutauschen und gegenseitig zu helfen. Durch Kleinkredite können Kleinstunternehmen aufgebaut und das Haushaltseinkommen signifikant erhöht werden.
Ernährungssicherung
Den Mitgliedern in den Selbsthilfegruppen werden bereits in den ersten Wochen landwirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt. In erster Linie handelt es sich dabei um Wissen im Bereich ökologischer Landbau. Um nicht nur theoretisch zu arbeiten, legt jedes Mitglied der Selbsthilfegruppen einen eigenen kleinen Garten an. Während der Boden vorher häufig brach lag oder nur unrentabel genutzt wurde, lernen die Menschen nun, wie das Land nutzbarer gemacht werden kann.
Die Familie ist dadurch in der Lage, ihre Nahrungsversorgung erheblich zu verbessern. Die Kinder haben das ganze Jahr über frische Lebensmittel zur Verfügung, wodurch Unter- oder Mangelernährung und daraus folgende Krankheiten reduziert oder ganz vermieden werden.
